Zweiter Nachtrag für restauratorische Sanierungs- und Sicherungsmaßnahmen bewilligt
Ansbach. Die Residenz Ansbach wird mittels einer umfangreichen Baumaßnahme substanziell ertüchtigt. Die Baumaßnahme besteht aus drei Teilabschnitten, welche sich hauptsächlich auf die Gebäudehülle am Nordflügel der Residenz fokussieren. Der erste Teilabschnitt ist bereits fertiggestellt. Die im Haushaltsplan genehmigten Teilkosten in Höhe von 26.870.000 Euro (zuletzt baufachlich festgesetzt im Mai 2017) erhöhen sich nach dem im Juni 2026 baufachlich genehmigten zweiten Nachtrag zur Haushaltsunterlage-Bau um 3.880.000 Euro auf 30.750.000 Euro so informiert der Landtagsabgeordnete Wolfgang Hauber.
Die Baumaßnahe befindet sich derzeit in Ausführung mit einer Vergabequote von 85 % und einem Fertigstellungsgrad von 80 % und wird nach aktuellem Projektstadt voraussichtlich Ende 2028 fertiggestellt werden. Der seit 2005 laufende zweite Teilabschnitt wurde in den vergangenen Jahren abschnittsweise und entsprechend der Dringlichkeit der jeweiligen Schadensbilder in 15 Bauabschnitte umgesetzt. Dabei wurden Naturwerkstein-, Putz-, Anstrich- und Klempnerarbeiten an den Fassaden, verbunden mit aufwendigen Maßnahmen zum Schutz der hochwertigen Innenausstattungen durchgeführt. Dachdeckungs-, Zimmerer-, Holzbau- und Klempnerarbeiten an den Dächern und Gauben ergänzten das Bauprogramm.
Gegenstand der aktuell bewilligten Hochbauvorlage sind die Mehrkosten des zweiten Nachtrags aufgrund von Lohn- und Materialpreissteigerungen und baulich bedingter Massen- und Ausführungsänderungen. Die entstanden Mehrkosten können aber teilweise durch Einsparungen kompensiert werden. „Ich freue mich über die heutige Bewilligung durch den Haushaltsausschuss des Bayerischen Landtags. Die Residenz aus dem 18. Jahrhundert ist außergewöhnlich gut erhalten und zählt zu den am besten bewahrten barocken Residenzen in Deutschland“, so Hauber.
Die Residenz Ansbach entwickelte sich aus einer mittelalterlichen Anlage. In der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts entstand die Gotische Halle mit ihrem Kreuzrippengewölbe. Das mittelalterliche Baugefüge wurde von 1705 bis 1730 zu einem modernen Residenzbau umgeformt. Berühmt ist die Residenz wegen der Innenausstattung, die im Wesentlichen von 1734-1745 unter der künstlerischen Leitung des Architekten Leopldo Retti entstanden ist.
Besonders sehenswert sind das Deckenfresko von Carlo Carlone im Festsaal, Gemäldegalerie mit Werken des Rokokos und Gemälden aus der ehemaligen markgräflichen Galerie sowie die Sammlung Meißener Porzellane im Spiegelkabinett. Heute wird die Residenz durch die Schlösserverwaltung und die Regierung von Mittelfranken genutzt.
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