10.12.2019
Landkreis Ansbach wird „Inklusive Region“

Staatssekretärin Anna Stolz präsentierte bei der Auftaktveranstaltung die sieben neuen inklusiven Regionen. Die Initiative setzt auf die Vernetzung schulischer und außerschulischer Akteure in den Regionen.

Weißenburg i. B. Der Landkreis Ansbach ist eine von sieben neuen inklusiven Regionen im Freistaat Bayern. Das teilte der mittelfränkische Landtagsabgeordnete der FREIEN WÄHLER Wolfgang Hauber mit. „Die Inklusion gehöre zu den Kernaufgaben des bayerischen Schulsystems“, sagte Hauber weiter. Entsprechend den bewährten Bildungsregionen starten Kultusministerium und Sozialministerium gemeinsam die Initiative „Inklusive Regionen“.

Die Initiative setzt auf die Vernetzung schulischer und außerschulischer Akteure in den Regionen, um individuell passgenaue und vertiefte Formen eines gemeinsamen Unterrichts und abgestimmter unterstützender Angebote für Schülerinnen und Schüler mit und ohne besonderen Förderbedarf zu erproben. Zu den sieben inklusiven Regionen zählen neben dem Landkreis Ansbach auch Aschaffenburg/Miltenberg, Augsburg (Region Nord-West/ Oberhausen), Hof, Landshut (Stadt und Landkreis), Tirschenreuth (Schulamtsbezirk) und Weilheim-Schongau.

Bei der gestrigen Auftaktveranstaltung in München betonte Kultusstaatssekretärin Anna Stolz: „Junge Menschen mit und ohne sonderpädagogischem Förderbedarf können gemeinsam lernen – das beweisen unsere Schulen tagtäglich.“ Dabei setze Bayern auf passgenaue Konzepte und Förderorte für die Kinder und Jugendlichen mit ihrem ganz individuellen Förderbedarf. „Mit der Initiative ‚Inklusive Regionen‘ entwickeln wir die Bildungsangebote vor Ort weiter – von der Kita über die Schule bis hin zum Einstieg in Beruf oder Studium. Dabei arbeiten wir alle Hand in Hand, um unseren jungen Menschen optimale Zukunftschancen zu eröffnen“, sagte Stolz. Seit Inkrafttreten der UN-Behindertenrechtskonvention in Deutschland 2009 haben bayerische Schulen sowohl konzeptionell als auch inhaltlich und organisatorisch vielfältige Maßnahmen für eine inklusive Schulentwicklung eingeleitet. Mittlerweile gibt es in Bayern insgesamt 377 Schulen, die das Profil Inklusion ausgebildet haben.

Sie unterstützen so in besonderer Weise das gemeinsame Lernen und Leben von jungen Menschen mit und ohne sonderpädagogischen Förderbedarf. Zur Unterstützung der Inklusion stellt der Freistaat seit 2011 jedes Jahr zusätzliche 100 Lehrerstellen zur Verfügung. Im Schuljahr 2019/2020 sind es bereits 900 Stellen. Außerdem nimmt Bayern gezielt Investitionen in die Lehrerbildung vor: So werden die Kapazitäten der bayerischen Universitäten zur Ausbildung von Lehrkräften für Sonderpädagogik deutlich ausgebaut. Ein Basiswissen Inklusion ist für alle Lehramtsstudierenden verpflichtender Studieninhalt. Für Lehrkräfte steht zudem ein breites Angebot an Fortbildungen zur Verfügung.

 

Wolfgang Hauber weiter: „Um inklusive Bildung optimal zu ermöglichen, müssen wir in unserem Bildungssystem von der frühkindlichen Bildung bis in den Beruf alle Lernenden erreichen und diese nach ihren individuellen Möglichkeiten, Neigungen und Begabungen optimal fördern. Sehr vorbildlich stellen wir dies in Bayern mit unseren inklusiven Regionen sicher.“

 

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